Deutsches
Normungspanel

Das Deutsche Normungspanel (DNP) ist eine jährliche Befragung von Unternehmen zum Thema Normung und Standardisierung.

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Indikatorenbericht 2019 veröffentlicht

Der Indikatorenbericht 2019 des Deutschen Normungspanels wurde veröffentlicht. Die Ergebnisse, unter anderem zum Spezialteil zu „Normen im öffentlichen Recht“ werden am 28. Mai 2019 im BMWi vorgestellt.

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Das Deutsche
Normungspanel

Das Deutsche Normungspanel (DNP) ist eine jährliche Befragung von Unternehmen zum Thema Normung und Standardisierung.

Im Jahr 2016 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dankenswerterweise die Schirmherrschaft für das DNP übernommen.

Damit unterstreicht das BMWi die Bedeutung der Normung für einzelne Unternehmen wie unsere Wirtschaft als Ganzes. Die „Macht der Normung“ nimmt zu, je anspruchsvoller die zu normenden Gegenstände werden. Themen wie Elektromobilität oder Industrie 4.0 sind mit ihrem sektor- und branchenübergreifenden Anspruch beredte Beispiele. Das langfristig angelegte DNP will die Wirtschaft für die Normung und deren Nutzen sensibilisieren. Gleichzeitig schafft es für alle normungspolitisch Verantwortlichen und Interessierten eine umfassende Datenbasis zur Analyse aktueller Aktivitäten und zukünftigen Trends.

Für Unternehmen kann die Normung ein strategisches Instrument sein. Bereits in einem frühen Stadium der Produktentwicklung bereiten Normung und Standardisierung den Markt auf das neue Produkt vor.

Die Normungsforschung mit all ihren Facetten – von der Entstehung, über den Prozess bis hin zur Implementierung von Normen – fristet trotz Fortschritte der letzten Jahre im Vergleich zur Innovationsforschung ein Schattendasein. Dies liegt vor allem daran, dass trotz hervorragender theoretischer Aufarbeitung des Themas keine umfassenden empirischen Daten zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund ist ein auf das Engagement der deutschen Industrie und vor allem Forschungs­organisationen fokussiertes Normungs­panel aufgebaut worden, das durch eine Online-Befragung sowohl deutscher Unternehmen mit Unterstützung interessierter Industrieverbände und des DIN als auch deutscher Forschungs­einrichtungen im Herbst 2012 erstmals realisiert wurde.

Die Befragung selbst ist durch das Fachgebiet Innovationsökonomie der Technischen Universität Berlin konzipiert, welches auch die Datenauswertung und -aufbereitung vornehmen wird.

Die Befragungs­ergebnisse werden mit den Daten des DIN e.V. abgeglichen, um für die normenden Unternehmen statistisch repräsentative Ergebnisse ermitteln zu können. Mittel­fristig werden zudem die Daten der vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung seit den 90er Jahren in Auftrag gegebene Innovations­erhebung und der Umfrage zu Forschung und Entwicklung der Wissenschafts­statistik des Stifter­verbandes der deutschen Industrie zur Vervollständigung des Gesamt­bildes genutzt.

Das Projekt wurde im Rahmen der Gründungsarbeiten des Deutschen Fördervereins zur Stärkung der Forschung zur Normung und Standardi­sierung e. V. (www.FNSeV.de) durch die Mitglieder DIN, DKE und HARTING Technologie­gruppe initiiert.

Mission

Da Innovationen oft sehr lange von der ersten Idee bis zur erfolgreichen und umfassenden Marktdurchdringung brauchen und dabei von verschiedenen unternehmensinternen, aber auch vielen externen Faktoren beeinflusst werden, sind für die Innovationsforschung langfristig angelegte Untersuchungen, im Sinne der wiederholten Erfassung von unternehmensspezifischen Informationen notwendig. Folglich wurde durch die Initiative der Europäischen Kommission schon in den frühen neunziger Jahren eine entsprechende Innovationserhebung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union etabliert. Die in Deutschland erhobenen Befragungsdaten liegen als Panel vor, d. h. es werden wiederholt die gleichen Unternehmen zu ihren Innovationsaktivitäten und innovationsrelevanten Themen befragt. Diese Paneldaten stellen die wichtigste Datenquelle der unternehmensbezogenen Innovationsforschung dar und haben zur Entwicklung einer großen und weiter wachsenden Innovationsforschungsgemeinschaft geführt. Ferner wird diese Datenquelle von der Europäischen Kommission und den Regierungen der Mitgliedstaaten genutzt, um innovationspolitischen Handlungsbedarf zu identifizieren, zukünftige Politikmaßnahmen zu legitimieren bzw. zu evaluieren. Für den Bereich der Normung gibt es weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene ein Äquivalent zu dieser Datenquelle. Deshalb fristet die Normungsforschung – trotz der in den letzten Jahren gemachten Fortschritten – im Vergleich zur Innovationsforschung ein Schattendasein. Dies ist trotz umfangreicher theoretischer Arbeiten vor allem darin begründet, dass nur wenig umfassende empirische Befragungsdaten zur Verfügung stehen, welche für die Beantwortung zentraler Fragestellungen der Normungsforschung verwendbar sind. Dies soll sich durch die Etablierung des „Deutschen Normungspanels“ in Zukunft ändern.

Zielstellung

Das Deutsche Normungspanel ermöglicht analog zum Innovations­panel normungsnahe Forschung.

Hierbei werden zwei Hauptziele verfolgt:

Zum einen sollen die Daten die Basis für die Gewinnung neuer wissen­schaftlicher Erkenntnisse zum Thema Normung und Normen bilden.

Zum anderen geht das deutsche Normungs­panel proaktiv auf aktuelle normungs­politische Initiativen ein bzw. evaluiert durchgeführte Maßnahmen.

Darüber hinaus trägt das Normungspanel auch dazu bei, durch entsprechende und praxis­relevante Forschungs­ergebnisse, Unternehmen und andere Organisationen, die bisher Normen nicht oder wenig genutzt haben oder sich nicht aktiv in der Normung engagieren, für die Thematik zu sensibili­sieren und zu motivieren.

Damit werden drei miteinander kompatible Ziele hinsichtlich der Normungs­forschung, -politik und -förderung erreicht.

Modell
Das Deutsche Normungspanel ist so aufgebaut, dass sowohl Langzeit­beobachtungen durchgeführt als auch aktuelle Trends berück­sichtigt werden. Um dies zu erreichen, teilt sich die Befragung im Rahmen des Deutschen Normungs­panels in einen „Kernfragebogen“ und einen „themen­orientierten“ Fragebogen auf. Konzeptionell basiert die Kern­befragung des Normungs­panels auf dem folgenden heuristischen Struktur­modell (siehe Abbildung). Dieses Modell macht es möglich, eine breite Palette an Frage­stellungen zu integrieren, welche heute noch nicht antizipiert werden können oder deren Analyse nur durch eine Langzeit­beobachtung zu beantworten sind. Zentral in diesem Modell sind sowohl die Berücksichtigung einer Reihe von Berührungs­punkten zwischen Unternehmen bzw. Forschungseinrichtungen und der Normung als auch der Bestimmungs­gründe für den Einfluss der Normung auf den Erfolg einer Organisation. Der Einfluss von Normen sowie der Normung auf den „Erfolg“ von Organisa­tionen sowie deren Bestimmungs­gründe werden hierbei auf verschiedene Arten berücksichtigt, z.B. über direkte Normungs­arbeit oder über Implemen­tierung bestehender Normen.

Entsprechend diesem Modell ist auch die Kernbefragung des Deutschen Normungs­Panels strukturiert. Bei den Normungs­aktivitäten werden vor allem Art und Umfang der Normungs­arbeit erfragt, wie z.B. zeitlicher und personeller Aufwand, Engagement in besonderen Positionen, Mitarbeit an Normen etc. Im Bereich der Umsetzung und Anwendung werden Kosten und Nutzen der Normen thematisiert, so z.B. Kosten und Nutzen von Normungs­management und der Umsetzung und Implemen­tierung von Normen, inkl. einer eventuellen Konformitäts­bewertung.

Neben diesen eher auf den Normungsprozess und die Implementierung von Normen zielenden Aspekten hat das Deutsche Normungspanel das Ziel, die Wirkung von Normung auf den Erfolg von Organisationen über Wirkungs­zusammenhänge zu erfassen. Steigert die Mitwirkung an der Normung den Erfolg, der sich mit Normen erzielen lässt? Wirkt die Normung direkt auf den Erfolg oder eher indirekt über eine Vernetzung mit Wett­bewerbern und Kooperations­partnern in der Normung? Welche Dimensionen von Erfolg werden durch die Normung beeinflusst? Gilt dies nur für die Normen die durch die Organisation mit­entwickelt wurden oder handelt es sich um generelle Lern­effekte? Wie sehen solche Lerneffekte aus? Welchen Einfluss haben die Eigen­schaften einer Organisation auf die Realisierung von Erfolg durch Normung? Unterscheidet sich die Wirkung der Normung auf den Unternehmens­erfolg zwischen Sektoren? Diese und weitere Fragen lassen sich nur durch entsprechende statistische Verfahren beantworten.

Spezialteile

Schwerpunktthemen der Befragungen 2012 – 2018

2018

Normen & öffentliches Recht

Aufgrund des „New Approach“ können in Europäischen Richtlinien und Verordnungen Schutzziele durch grundlegende Anforderungen festgelegt und dann mithilfe von „harmonisierten Normen“ konkretisiert werden. Was ist der Unterschied zwischen Normen und öffentlichem Recht und wie wird dies durch Unternehmen wahrgenommen?

2017

digitale Normen

Der digitale Wandel macht auch vor den Normen keinen Halt. Erweiterte Nutzungsszenarien, wie eine angepasste Darstellungen auf verschiedenen Endgeräten, oder die Einbindung von Norm-Inhalten in automatisierte Prozesse, können eine Weiterentwicklung des digitalen Formats erforderlich machen. Welche Anforderungen stellen Unternehmen an die zukünftige Bereitstellung von Norm-Inhalten?

2016

Industrie 4.0

„Industrie 4.0“ gehört zu den wichtigsten Themen der Digitalisierung und umfasst die Digitalisierung der industriellen Produktion, welche mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden soll. Um intelligente Produktionsverfahren zu entwickeln werden digital vernetzte Systeme benötigt. Normen beschreiben die technische Grundlage solcher Systeme und Anwendungen und stellen eine Kompatibilität zwischen verschiedenen Geräten sicher.

2015

Digital vernetzte Wirtschaft

Die digitale Agenda der Bundesregierung bringt neue Themenfelder wie „Digitales Arbeiten“ oder „Smart Data“ hervor. Dabei stellt das Thema „Digitalisierung“ nicht nur die in der Normung aktiven Unternehmen, sondern auch die Normung und Standardisierung selbst vor große Herausforderungen. Worin sehen Unternehmen die größten Herausforderungen und Potenziale für die Normung in Zeiten der Digitalisierung?

2014

Handel mit China

Ein wesentliches Ziel der Handelspolitik der Europäischen Union (EU) ist es, mittels einer weitreichenden Integration globaler Märkte zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Steigerung des Wirtschaftswachstums beizutragen. Europäischen Unternehmen sollen Marktzugangschancen für Dienstleistungen und Investitionen, faire Wettbewerbsbedingungen sowie die Durchsetzung von Rechten zugesichert werden. Jedoch werden nach wie vor europäische Unternehmen in ihren internationalen Aktivitäten behindert, wobei nicht nur Zölle, sondern vor allem nichttarifäre Handelshemmnisse eine entscheidende Rolle spielen. Welche Auswirkungen einer Harmonisierung im Rahmen eines potenziellen Freihandelsabkommens mit China ergeben sich für Unternehmen und wo sehen sie Hürden für ihre Handels- und Investitionsbeziehungen.
2013

TTIP

Im Rahmen des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten spielte die Normung eine entscheidende Rolle. Einerseits können Normen potenzielle Handelshemmnissen für den Export deutscher Unternehmen in die USA darstellen, andererseits hingegen bieten sich neue Harmonisierungslösungen von Normen im Rahmen des TTIP. Wie bewerten und beurteilen Unternehmen dieses Spannungsverhältnis?

2012

Pilot

Innovationen werden häufig als Quelle für Wachstum und Wohlstand angesehen. Wenn aus einer Idee eine erfolgreiche Marktlösung entsteht, dann haben viele Faktoren zu diesem Erfolg beigetragen. Einer dieser Faktoren ist die Normung. Zur wissenschaftlichen Analyse der Zusammenhänge und der Wirkung von Normen sind Paneldaten, also regelmäßig erhobene Befragungsdaten, notwendig.

Inspiriert durch die in den frühen neunziger Jahren durch eine Initiative der Europäischen Kommission etablierte Innovationserhebung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, soll mit dem Deutschen Normungspanel (DNP) eine umfassende empirische Datenbasis mit einer Vielzahl an Unternehmensinformationen entstehen, welche für die Beantwortung zentraler Fragestellungen der Normungsforschung genutzt werden kann.
Ergebnisse

Deutsches Normungspanel

Aktueller Indikatorenbericht 2019: „Normen im öffentlichen Recht“

  • Heß, Philipp; Blind, Knut (2019): Company Perceptions of Legislation and Standardisation and the Voluntariness of Harmonised European Standards. In: Proceedings of the 24th EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.
  • Blind, Knut; Müller, Jo-Ann (2019): The role of standards in the policy debate on the EU-US trade agreement. In: Journal of Policy Modeling 41 (1), S. 21–38. DOI: 10.1016/j.jpolmod.2018.09.006. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0161893818301509
  • Heß, Philipp (2018): The German Standardization Panel: A look back and presentation of this year’s results. In: Proceedings of the 23rd EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.
  • Müller, Jo-Ann (2016): Integration of the Fragmented Value Chain and the Application of Company Standards: Do Corporate Groups Standardize More? In: Proceedings of the 21st EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.
  • Blind, Knut; Müller, Jo-Ann (2015): Harmonization vs. Mutual recognition of Standards within the TTIP – Exploring Factors that Influence Firms‘ Preferences. Evidence from the German Standardization Panel. In: Proceedings of the 20th EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.
  • Blind, Knut; Großmann, Anne-Marie (2014): An Exploratory Analysis of Company Standards – Evidence from the German Standardization Panel. In: Proceedings of the 19th EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.
  • Blind, Knut; Rauber, Julius (2013): Standardization Strategies of Innovative German companies – The Relation Between Implementing and Developing Standards. In: Proceedings of the 18th EURAS Conference. EURAS contributions to standardization research.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Knut Blind
Philipp Heß, M.Sc.
Brigitte Essoun (Sekretariat)

Kontakt

Technische Universität Berlin Fachgebiet Innovationsökonomie

Prof. Dr. Knut Blind, MAR 2-5

Marchstr. 23 D-10578 Berlin

Tel.: +49(0)30 314 – 76670 Fax.: +49(0)30 314 – 76628

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